Pausenbrot und Klopapier- Schule aus der Sicht eines Außenseiters

Ich bin die einzige, die sich nach dem Klingeln zum Ende der Stunde Zeit lässt, anstatt, wie meine Schulkameraden, sich so schnell wie möglich nach Draußen ins Freie zu stürzen. Stattdessen packe ich langsam und gewissenhaft jedes Schreibutensil, jeden Block und jedes Buch bedacht ein und verstaue es mit Sorgfalt in meinem Ranzen. Warum ich das tue?Weil für mich jede Pause gleich schrecklich und erniedrigend ist. Ich wünschte, es gäbe keine. Durch ein schlimmes Ereignis im letzten Jahr habe ich alle meine Freunde verloren. Niemand redet mehr mit mir. Ich bin vollkommen allein.Es ist, als wäre ich unsichtbar und jeder würde so durch mich hindurchsehen, als würde ich nicht existieren. Manchmal möchte ich laut aufschreien: "Hey!! Mich gibt es auch noch", doch ehrlich gesagt bin ich für einen Aufschrei nach Aufmerksamkeit zu schüchtern.Stattdessen habe ich mir angewöhnt, mich die komplette Pause auf der Toilette zu verstecken. Ich weiß, schön und appetitlich ist das nicht, doch das Alleine herumstehen auf dem Pausenhof ist es noch weniger. So sitze ich auch heute wieder alleine auf einem der Klodeckel, spiele Candy Crush und esse dabei mein Pausenbrot. In der Hoffnung, dass es schon bald zur nächsten Stunde klingelt.

26.9.16 20:18

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